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Tourenbericht:
Tête Blanche-Tête Valpelline - Skihochtour

Früh waren wir in Arolla, um der Wärme des Tages zuvorzukommen. Der Himmel war klar und wolkenfrei und versprach uns einen eindrücklichen Tag. Zu unserem Glück gab es die Woche davor den grossen Schneefall, somit konnten wir bald die Skis montieren. Mit vielen anderen Tourengängern zogen wir los, und die Gruppen zerstreuten sich allmählich in verschiedene Richtungen. Den ersten schwierigen Hang konnten wir mit dem neuen Schnee ohne Probleme bewältigen, was nicht allen Personen, die wir antrafen, so gut gelang. Dafür war deren Bekleidung schöner als unsere, wie einer unserer Teilnehmer bemerkte. Die Sonne brannte uns schon in den Nacken, was nach einer erneuten Schicht Sonnencreme rief. Langsamer (in der “Seniorengruppe”) oder schneller (in der “jugendlichen” Gruppe) arbeiteten wir uns die Hänge hoch. Der Blick auf die Hochgebirgswelt war dabei sehr motivierend. Auf dem Col de Bertol angekommen deponierten wir wie alle anderen unsere Skis an der Felswand in einer Eismulde und machten uns auf zum letzten Kraftakt. Zwei lange und steile Leitern ermöglichten es uns, die Bertol-Hütte zu erreichen, die hoch oben auf dem Grat tronte. Als Belohnung erwartete uns eine unvergleiche fast 360° Aussicht auf die umliegenden Berge. Die Dent Blanche gegenüber, die Spitze des Matterhorns und Dent d’Hérens grüssten uns und unser Ziel des morgigen Tages, die Tête Blanche lag in weisser Pracht vor uns.

Die Hütte war nicht einmal halb voll, da viele Personen wegen der unsicheren Wettervorhersage für den Sonntag absagten. Trotzdem wurden die Schlafräume vollständig gefüllt und wir lagen in der Nacht wie die Sardinen in der Büchse. Die anderen Schlafräume liess man dafür leer.
kulinarisch gesehen gab es leider auch keinen Höhenflug. Die Portionen des Morgenessens waren genau abgezählt und rationiert, eine Scheibe Brot oder eine Schüssel Müesli, und wenn man eine zweite Tasse Kaffee wollte, dann musste man um einen zweiten Beutel Pulver bitten. Aber man bekam ohne Probleme einen Nachschlag, wenn man fragte. Man muss aber bemerken: Das Hüttenwartsehepaar war ausgesprochen freundlich und managte die Hütte nur zu zweit.

Am Sonntagmorgen brachen wir früh auf und wurden als erstes durch den Stau auf der Leiter ausgebremst. Dies trübte aber unsere gute Laune nicht und hoffnungsvoll schauten wir den wolkigen Himmel an, durch den die Morgenröte schien. Langsam aber stetig arbeiteten wir uns in unerwartetem Wind und Kälte den Gletscher hoch. Der Gipfel war mal in, mal ausserhalb der Wolken und als wir dann oben standen, grüssten uns Sonnenstrahlen. Leider waren die 4000er wie Matterhorn, Obergabelhorn oder Dent d’Herens von Wolken verhüllt. Nur die Dent Blanche blieb uns meistens treu und zeigte sich ungeniert. In leichtem Nebel suchten und fanden wir abfahrend den Col de Valpelline. Wir verzichteten aufgrund der vorausgesagten Störung für den Nachmittag auf die Tête Valpelline und genossen eine tolle Abfahrt auf italienischer Seite auf dem Glacier de Tsa de Tsan. Dabei begegneten wir Kolonnen von Skitourengängern, die sich auf der Haut Route Richtung Zermatt bewegten. Wir waren die einzigen, die in der anderen Richtung unterwegs waren. Wieder die Felle montiert, bewegten wir uns in Richtung Col de Mont Brulé. Der Abstieg sollte laut Aussage eines der Tourenleiter (“wo man hochkommt, kommt man auch runter”) gut bewältigbar sein. Die Aussage liess die Gruppe aber rätseln, in welcher Form man denn runterkommen würde. Die Verhältnisse stellten aber keine Probleme dar. Eher tiefer Schnee mit leichtem Deckel hielt uns vor einem skifahrerischen Abstieg in 45°-Steilheit ab und liess uns die Steigeisen und den Pickel montieren. Am eingerichteten Fixseil gesichert, stiegen alle Mitglieder der Gruppe im guten Trittschnee ab und versammelten sich aufschnaufend im flacheren Gelände, um die Skis für die letze Abfahrt zu montieren. Wenige Sonnenstrahlen lockten uns zum unteren Teil des Haut Glacier d’Arolla am Bouquetin-Bivak vorbei. Aber dies war nur ein letzter Witz der Sonne, denn wir erreichten die Sonnenflecken nie, sondern fuhren vor dem sich verschlechternden Wetter her, das uns schlussendlich doch noch mit ein bisschen Schneefall und ein paar Regentropfen einholte.

Beim Parkplatz angekommen stürzte sich die Gruppe mit Begeisterung auf die im Auto wartenden Pommes-Chips und die Getränke und so liess sich auch noch der letzte Teil der erlebnisreichen Tour geniessen. Es waren zwei schöne Tage mit guter Stimmung unter den Teilnehmern und tollen und erinnerungsreichen Erlebnissen.

Danke an alle, die mitgekommen sind und ihren Beitrag an das gute Gelingen geleistet haben.

Esthi

Original-Bericht